Maßnahmen der internen Qualitätssicherung

Wir  erarbeiten seit dem 01.02.2002 unser eigenes Handbuch zum Qualitätsmanagement

Im Zuge der Integrations- und Normalisierungsdiskussion veränderten sich die Ansprüche an die praktische Arbeit. Die Lebenshilfe verabschiedete 1990 ihr Grundsatzprogramm und orientierte sich an einem neuen Ansatz der „Lebensqualität“.
Es sollten die Leitvorstellungen des Grundsatzprogramms (Soziale Integration, Selbstbestimmung, Normalisierung, Schutz und Rechte) in den einzelnen Einrichtungen in praxisrelevante Standards und Kriterien umgesetzt werden, um verlässliche Maßstäbe für die Arbeit zu erhalten.

Mittlerweile findet der Qualitätsbegriff auch im neuen Heimgesetz Verwendung. Nach § 2 Abs. 5 ist es u. a.
Zweck, „ eine dem allgemein anerkannten Stand der fachlichen Erkenntnisse entsprechende Qualität des Wohnens und der Betreuung zu sichern“. § 13 (1) führt aus: „ Der Träger eines Heimes hat nach den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Buch- und Aktenführung Aufzeichnungen über den Betrieb zu machen und die Qualitätssicherungsmaßnahmen und deren Ergebnisse so zu dokumentieren, dass sich aus ihnen der ordnungsgemäße Betrieb des Heims ergibt“.

Durch die Neufassung der § 93/94 BSHG erfolgte eine grundsätzliche Umorientierung des Abrechnungsverfahrens zwischen Kostenträgern und Einrichtungsträgern der Behindertenhilfe. Dem Nachweis der Qualität wird, wie nachfolgend beschrieben, nachgekommen.

Die Ortsvereinigung der Lebenshilfe erstellt unter der Moderation und Leitung eines Fachmannes für Qualitätssicherung in sozialen Einrichtungen derzeit ein Qualitätshandbuch für alle Einrichtungen und Organe des Vereins. Das Handbuch soll in einem Zeitraum von 2 Jahren erstellt werden. Begonnen wurde mit der Erstellung des Handbuches mit einem Einführungs-Qualitätszirkel am 01. und 02. Februar 2002. Der Qualitätszirkel setzt sich aus dem Vorstand, Vertretern von zwei Heilpädagogischen Kindergärten und Mitarbeitern der Wohnstätte der Lebenshilfe zusammen.

Das Handbuch wird nach einem speziell entwickelten „Qualitätsmanagement für Sozialwirtschaftliche Unternehmen“ der Gruppe „management konkret“, zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Ortsvereinigung der Lebenshilfe, erstellt. Jede Einrichtung erarbeitet ihre Prozesse und Abläufe selbst.

Das Managementhandbuch wird sich nach dem heutigen Stand inhaltlich wie folgt aufbauen:

1. Anleitung zum Gebrauch des Managementhandbuches
2. Führung
3. Politik und Strategie in der Gesamtorganisation und den    Teilorganisationen
4. Mitarbeiterorientierung
5. Partnerschaften und Ressourcen (Finanzierung, Rechnungs-    wesen, Gebäudemanagement, Materialmanagement,    Hauswirtschaftliche Versorgung, Wissensmanagement, etc.)
6. Prozesse
   6.1. Beschreibung des QM-Systems,
   6.2. Leistungsbeschreibung,
   6.3. Kernprozesse aufgegliedert nach
      6.3.1. Prozessbeschreibung,
      6.3.2. Prozessablauf,
      6.3.3. Prozessqualität:
           6.3.3.1. Prozess-,
           6.3.3.2. Struktur-,
           6.3.3.3. Ergebnisqualität,
           6.3.3.4. Prüfkriterien
   6.4. Kontinuierlicher Verbesserungsprozess,
   6.5. Weitere Maßnahmen zur Qualitätssicherungen
7. Kundenbezogene Ergebnisse
8. Mitarbeiterbezogene Ergebnisse
9. Gesellschaftsbezogene Ergebnisse
10. Gesamtergebnisse
11. Checklisten und Formulare
12. Anhang ( Fachliteratur, Rechtsgrundlagen, Datenschutz..)

In diesem Qualitätsmanagementhandbuch sollen sämtliche Maßnahmen beschrieben werden, die der Planung, Steuerung und Überwachung einer Dienstleistung dienen, eine permanente Weiterentwicklung und Verbesserung der Dienstleistung ermöglichen und schließlich eine Organisation in die Lage versetzen, die Qualität ihrer Dienstleistungen unter Berücksichtigung eines effektiven und effizienten Einsatzes der zur Verfügung stehenden finanziell, sächlichen und personellen Ressourcen zu verbessern und längerfristig zu sichern.

Die erfolgreiche Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems soll zu einer kontinuierlichen Reduzierung von Fehlern und damit zu einer Reduzierung von Fehlleistungskosten und einem Imagegewinn führen, die Motivation des Managements und der Mitarbeiter stärken sowie schließlich zu einer positiven Entwicklung der gesamten Organisation beitragen.